Gesetzliche Rentenversicherung

Neben der Kranken- und Arbeitslosenversicherung ist die Gesetzliche Rentenversicherung eine tragende Säule der Sozialversicherung. Jeder, der durch seine Erwerbstätigkeit einzahlt, hat einen Anspruch auf Rentenzahlung, sobald das Eintrittsalter von derzeit 67 Jahren erreicht ist. Auf Ausnahmen davon wie z.B. Frührente wird an dieser Stelle nicht weiter eingegangen. Außer der Altersrente als Hauptleistung kommt die Rentenversicherung auch für Hinterbliebenenrenten, Renten bei verminderter Erwerbsfähigkeit oder berufliche Rehabilitation auf.


Pflichtversicherung für Angestellte

Für alle Erwerbstätigen im Angestelltenverhältnis ist die Rentenversicherung eine Pflichtversicherung. Mit der Gehaltsabrechnung führt der Arbeitgeber automatisch den vorgeschriebenen Teil an die Versicherung ab.
Derzeit beträgt der Beitragssatz 18,6 Prozent.

Für diesen müssen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils zur Hälfte aufkommen. Es gibt Beitragsbemessungsgrenzen, d.h. Beiträge müssen nur bis zu einer bestimmten Höhe des Arbeitslohns gezahlt werden. Diese Grenze liegt in den alten Bundesländern bei 6.500 Euro und in den neuen Bundesländern bei 5.800 Euro. Im Regelfall werden diese Grenzwerte alle paar Jahre an die aktuelle Lohnentwicklung angepasst.

Für geringfügig Beschäftigte („Minijobber“) führt der Arbeitgeber einen Pauschalbetrag von 15% des Lohns ab. Minijobber können dann entweder die Differenz zum Beitragssatz i.H.v. 18,6% selbst zahlen und so einen Rentenanspruch erwerben oder sich auf Antrag von der Versicherungspflicht befreien lassen.

 

Rentenversicherung für Selbstständige

Selbstständige müssen den vollen Beitragssatz selbst zahlen. Eine Versicherungspflicht besteht jedoch nicht für alle Selbstständigen. Freiberufler wie Ärzte oder Anwälte können sich freiwillig versichern und dann entscheiden, wie viele Beiträge (d.h. 18,6% zwischen der Mindestgrenze von 450 Euro und der Beitragsbemessungsgrenze) sie zahlen wollen, sie können aber auch komplett auf die Einzahlung verzichten. Folgende Selbstständige hingegen unterliegen der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht:

  • Handwerker
  • Lehrkräfte, die mehr als 450 Euro monatlich verdienen. Der Begriff „Lehrkraft“ ist hier sehr weit ausgelegt und umfasst auch Coaches wie ebenso Sportlehrer wie Golf- oder Fußballtrainer
  • Erzieher in Kindergärten, Horten und Tagesmütter
  • Hebammen
  • Küstenschiffer und -fischer
  • Künstler und Publizisten, wobei es für diese eine Künstlersozialkasse gibt, in der sie wie Angestellte nur die Hälfte des Beitragssatzes einzahlen müssen

 

Die Rentenversicherung in der politischen Debatte

Seit etwa zwei Jahrzehnten zeichnet sich ein demografischer Doppeltrend ab: während weniger Kinder geboren werden, nimmt durch gestiegene Lebenserwartung die Zahl älterer Menschen zu. Das System der Rentenversicherung wird damit vor eine Herausforderung gestellt, denn es basiert auf dem Umlageverfahren: die Generation der Erwerbstätigen zahlt ein und finanziert damit die Rente der älteren Generation, um so selbst Ansprüche für ihr späteres Rentenalter zu erwerben. Das nennt man Generationenvertrag. Das System könnte jedoch ins Wanken geraten, wenn immer weniger Beitragszahler für immer mehr Empfänger aufkommen müssen. Deswegen wird eine (auch staatlich geförderte) private Altersvorsorge immer wichtiger.