Riester-Rente

Die so genannte Riester-Rente ist ein staatlich gefördertes Modell zur privaten Altersvorsorge. Seinen Namen dieses Rentenmodell nach dem Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, Walter Riester. Unter seiner Ägide wurde dieses Instrument im Jahre 2002 ins Leben berufen, um private Arbeitnehmer auf den Geschmack einer privaten Altersvorsorge zu bringen. Auslöser, um die private Altersvorsorge staatlich zu fördern und damit attraktiv zu machen war der so genannte demografische Wandel.


Auslöser demografischer Wandel

Das derzeitige staatliche Altersvorsorge-Modell sah nämlich vor, dass die jeweils darauf folgende Generation mit ihren Beiträgen zur Altersvorsorge die Renten der aktuellen Leistungsbezieher, also Rentner und Pensionäre tragen sollten.

Demografischer Wandel

Der demografische Wandel jedoch führt dazu, dass dieses Model, welches auch als Generationenvertrag bezeichnet wird, sich nicht mehr trägt, da die Zahl der Leistungsempfänger die Zahl der Leistungserbringer, also der Beitragszahler bald übersteigen würde.

 

Es war also absehbar, dass in den Folgejahren kein Geld mehr zur Verfügung stehen würde, um staatlicherseits Altersruhegelder zahlen zu können.

Es wurde daher verstärkt auf das so genannte Drei Säulen Modell hingearbeitet. Zukünftige Ruheständler sollten ihr Altersgeld aus bestenfalls drei verschiedenen Quellen speisen: Zum einen die gesetzliche Altersvorsorge, also die staatliche Rente. Diese ist in absehbarer Zeit nicht mehr dazu geeignet, den gleichen Lebensstandard aufrecht zu erhalten, wie dies bei normalen Arbeitnehmer-Bezügen der Fall ist.

In vielen, vor allem größeren Betrieben gibt es als zweite Säule die betriebliche Altersvorsorge, welche aus eigenen Beiträgen des Arbeitnehmers und je nach Modell zu einem deutlich höheren Anteil des jeweiligen Arbeitgebers finanziert wird. Da auch hier immer noch eine Versorgungslücke verbleibt, zumal nicht alle Arbeitnehmer in den Genuss dieser Altersvorsorge kommen, ist die dritte Säule umso wichtiger – die private Altersvorsorge.

 

 

Zuschüsse vom Staat

Die Riester-Rente ist eine Regelung, die diese privaten Altersabsicherungen bezuschusst. Privatleute können also einen entsprechenden Vertrag in der freien Wirtschaft abschließen und bekommen einen fest definierten Zuschuss vom Staat.

Altersvorsorge Formen

Dieser Zuschuss gliedert sich in 3 Bereiche: Die so genannte Grundzulage. Diese wird in Höhe von derzeit 175 Euro gewährt. Dann gibt es die Kinderzulage. Diese Zulage richtet sich nach dem Geburtsjahr des berechtigten Kindes und kann 185 oder gar 300 Euro pro Jahr betragen. Der so genannte Berufseinsteigerbonus, den Berufsanfänger, die noch keine 25 Jahre alt sind, beantragen können, beträgt einmalig 200 Euro.

 

Voraussetzungen für die Riester-Rente

Egal, um welche Form der Förderung es sich handelt, es verbindet sie vor allem eine Gemeinsamkeit. Diese Förderung ist zweckgebunden. Um diese zu erhalten, müssen die Empfänger natürlich entsprechende Voraussetzungen erfüllen.
Zum einen müssen sie natürlich ein entsprechendes Sparmodell abschließen, welches ausschließlich dem Zwecke der Altersvorsorge dient.

Es sind daher natürlich bestimmte Laufzeiten Grundvoraussetzung. Ebenso darf eine Zwischenauszahlung nicht erfolgen, da dann auch bereits erfolgte Leistungen zurückzuerstatten sind. Außerdem ist die Höhe der eingezahlten eigenen Beiträge maßgeblich. Um den vollen Zuschuss beispielsweise für die Grundzulage zu erhalten, muss der Sparer mindestens 4 Prozent seines Bruttoeinkommens aus dem Vorjahr in ein riestergefördertes Sparprogramm einzahlen.

Familien mit Kindern können sowohl die Grundzulage als auch die Kinderzulage gleichzeitig in Anspruch nehmen. Die Zulagen selbst werden durch den jeweiligen Versicherer – also dort, wo der Vertrag abgeschlossen wird, bei der Zulagenstelle für Altersvermögen beantragt. Bei einigen Anbietern geschieht das nach einmalig hinterlegter Vollmacht automatisch, bei anderen hingegen muss der private Beitragszahler dies jährlich bei seinem Versicherer beantragen. Auch die Beiträge zur Riester-Rente können steuerlich geltend gemacht werden.

Der Generationenvertrag – Was ist das?

Was ist der Generationenvertrag?

Er ist ein fiktiver, unausgesprochener Vertrag zwischen Erwerbstätigen und Rentnern. Dieser Begriff wird meist in Bezug auf das Rentensystem verwendet und meint dann die Verpflichtung der jungen, arbeitenden Generation, mit ihren Beiträgen die Rentenzahlungen der alten Generation zu finanzieren. Damit verbunden ist die Erwartung der zahlenden Generation, dass die ihr nachfolgende Generation die gleiche Verpflichtung übernehmen wird.

 

Solidarität als Grundgedanke des Generationenvertrags

Durch die Erwartung der zahlenden Generation, dass sie einst im Rentenalter ebenfalls Leistungen von der nachfolgenden Generation erhalten wird, entsteht ein langfristig angelegtes System der sozialen Sicherung, das theoretisch auf unbegrenzte Dauer funktionieren kann.

Entscheidend ist hierfür nicht die schriftliche Fixierung eines Vertrags (es ist ohnehin nur fiktiv), sondern ein Geben und Nehmen.

Durch die Gewissheit, später selbst von der arbeitenden Generation seine Rente zu bekommen, entsteht zugleich die Verpflichtung des Gebens.

Der Grundgedanke hinter dem Generationenvertrag ist daher Solidarität, d.h. die Starken und Leistungsfähigen (also die jetzt erwerbstätigen Erwachsenen) finanzieren die Schwachen und Hilfsbedürftigen (also die Alten, die nicht mehr arbeiten können).

 

Der Generationenvertrag im Wandel der Zeit

Das Modell der solidarischen Finanzierung ist zwar theoretisch auf Ewigkeit angelegt, lebt aber von einer indirekt angenommenen Voraussetzung: die Zahl der Erwerbstätigen und der Rentner muss relativ konstant bleiben. Schon bei einer Änderung einer der beiden Variablen kann das System ins Schlingern geraten: wenn es zu wenige Beitragszahler gibt, sind die Rentenzahlungen nicht für alle abgesichert. Ebenso wird es zum Problem, wenn es plötzlich zu viele Rentner gibt, für die aber nur die gleiche Summe an Beitragszahlungen zur Verfügung steht.

In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich das Problem verschärft, weil sich durch den demografischen Wandel die Bevölkerungsstruktur langfristig verändern wird. Durch eine geringere Anzahl an Geburten bei gleichzeitig steigender Lebenserwartung der alten Generation ergibt sich ein gefährlicher Doppeltrend: es wird immer weniger Beitragszahler für immer mehr Empfänger geben. Zuletzt stieg die Geburtenzahl zwar wieder leicht an, eine Umkehrung der Alterung der Gesellschaft ist aber dennoch in weiter Ferne.


Der Generationenvertrag im Kontext aktueller politischer Diskussion

Durch den erwähnten demografischen Doppeltrend wird ein Fundament des Generationenvertrages berührt: die Gewissheit, im Alter seine Rente sicher zu haben. Das könnte langfristig das Vertrauen in den Generationenvertrag untergraben und die junge Generation könnte sich fragen: wozu soll ich in die Rentenkasse einzahlen, wenn ich später nur noch wenig bekomme? Wenn Sie Fragen haben, dann kontaktieren Sie dazu am besten direkt die Deutsche Rentenversicherung.

Die Politik hält, auch weil es keine sichere Alternative gibt, am Generationenvertrag grundlegend fest und das sich aus ihm ergebende System der solidarisch finanzierten Rente wird sicherlich auch in Zukunft nicht aufgegeben werden. Eine Ergänzung um private Altersvorsorge wird jedoch weiter an Bedeutung gewinnen, um angesichts des demografischen Wandels nicht dem Risiko von Altersarmut wegen geringer Rente ausgesetzt zu sein.