Generationenvertrag

Der Generationenvertrag – Was ist das?

Was ist der Generationenvertrag?

Er ist ein fiktiver, unausgesprochener Vertrag zwischen Erwerbstätigen und Rentnern. Dieser Begriff wird meist in Bezug auf das Rentensystem verwendet und meint dann die Verpflichtung der jungen, arbeitenden Generation, mit ihren Beiträgen die Rentenzahlungen der alten Generation zu finanzieren. Damit verbunden ist die Erwartung der zahlenden Generation, dass die ihr nachfolgende Generation die gleiche Verpflichtung übernehmen wird.

 

Solidarität als Grundgedanke des Generationenvertrags

Durch die Erwartung der zahlenden Generation, dass sie einst im Rentenalter ebenfalls Leistungen von der nachfolgenden Generation erhalten wird, entsteht ein langfristig angelegtes System der sozialen Sicherung, das theoretisch auf unbegrenzte Dauer funktionieren kann.

Entscheidend ist hierfür nicht die schriftliche Fixierung eines Vertrags (es ist ohnehin nur fiktiv), sondern ein Geben und Nehmen.

Durch die Gewissheit, später selbst von der arbeitenden Generation seine Rente zu bekommen, entsteht zugleich die Verpflichtung des Gebens.

Der Grundgedanke hinter dem Generationenvertrag ist daher Solidarität, d.h. die Starken und Leistungsfähigen (also die jetzt erwerbstätigen Erwachsenen) finanzieren die Schwachen und Hilfsbedürftigen (also die Alten, die nicht mehr arbeiten können).

 

Der Generationenvertrag im Wandel der Zeit

Das Modell der solidarischen Finanzierung ist zwar theoretisch auf Ewigkeit angelegt, lebt aber von einer indirekt angenommenen Voraussetzung: die Zahl der Erwerbstätigen und der Rentner muss relativ konstant bleiben. Schon bei einer Änderung einer der beiden Variablen kann das System ins Schlingern geraten: wenn es zu wenige Beitragszahler gibt, sind die Rentenzahlungen nicht für alle abgesichert. Ebenso wird es zum Problem, wenn es plötzlich zu viele Rentner gibt, für die aber nur die gleiche Summe an Beitragszahlungen zur Verfügung steht.

In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich das Problem verschärft, weil sich durch den demografischen Wandel die Bevölkerungsstruktur langfristig verändern wird. Durch eine geringere Anzahl an Geburten bei gleichzeitig steigender Lebenserwartung der alten Generation ergibt sich ein gefährlicher Doppeltrend: es wird immer weniger Beitragszahler für immer mehr Empfänger geben. Zuletzt stieg die Geburtenzahl zwar wieder leicht an, eine Umkehrung der Alterung der Gesellschaft ist aber dennoch in weiter Ferne.


Der Generationenvertrag im Kontext aktueller politischer Diskussion

Durch den erwähnten demografischen Doppeltrend wird ein Fundament des Generationenvertrages berührt: die Gewissheit, im Alter seine Rente sicher zu haben. Das könnte langfristig das Vertrauen in den Generationenvertrag untergraben und die junge Generation könnte sich fragen: wozu soll ich in die Rentenkasse einzahlen, wenn ich später nur noch wenig bekomme? Wenn Sie Fragen haben, dann kontaktieren Sie dazu am besten direkt die Deutsche Rentenversicherung.

Die Politik hält, auch weil es keine sichere Alternative gibt, am Generationenvertrag grundlegend fest und das sich aus ihm ergebende System der solidarisch finanzierten Rente wird sicherlich auch in Zukunft nicht aufgegeben werden. Eine Ergänzung um private Altersvorsorge wird jedoch weiter an Bedeutung gewinnen, um angesichts des demografischen Wandels nicht dem Risiko von Altersarmut wegen geringer Rente ausgesetzt zu sein.